Gastbeitrag Frankfurter Rundschau 13.01.2014

 

Presseartikel:

Einsparungen bei den festen Brennstoffen    im Wortlaut

 

Warum soll der Bürger die Energiewende beim Strom bezahlen?

Allein durch Aufhebung der ungerechten Unternehmensbefreiungen bei den Netzentgelten und der EEG-Umlage werden 4 Milliarden Euro frei. Die angebliche Verbraucherentlastung durch Kredite aufgrund steigender Ökostromabgaben ist doch nur ein Vorwand.

Denn mit den gesenkten Photovoltaik-Einspeisevergütungssätzen erzielen die privaten Ökostromerzeuger keine wirtschaftlich vertretbaren Renditen mehr. Im Bereich Eigenstromverbrauch dagegen schon. Mit den neuen modular aufgebauten Stromspeichereinheiten und den wirtschaftlich unschlagbaren Wärmewellenheizungen sind Einsparquoten über 80% schon konkret in der Umsetzung. Es bleiben noch 20% Fremdenergiebezug (Strom und Heizungswärme), von denen nur noch ein Bruchteil die Ökostromumlage in Anspruch nimmt.

Mit neuer Technik sind jetzt sogar Mieter in der Lage, Strom und Heizungswärme selbst zu erzeugen. Die finanzielle Einsparquote liegt damit weit über 30%. Es ist schon ein entscheidender Vorteil, wenn die zweite Miete von Strom und Heizungskosten gleichzeitig um mehr als ein Viertel runter geht.

Um die technische und wirtschaftliche Überlegenheit der neuen Energiesysteme zu verstehen hilft das Buch „Optimal Energie sparen beim Bauen, Sanieren und Wohnen“. Anhand der dort analysierten Energieeinsparmaßnahmen und teilweise besonders niedrigen Investitionskosten wird deutlich, welche Gefahren den Energieversorgern durch massive Umsatzeinbußen und Kundenabwanderungen drohen, wenn die Energiewende beim Heizen, also weg von der Verbrennung von Öl und Gas, erst einmal ins Rollen kommt.

Der neue Versuch von Aigner und den Verbraucherzentralen  den Energieendkunden hohe Strompreise als Dauerzustand einzureden, die Ökostromumlage als Sündenbock vorzuschieben und dass niemand etwas dagegen unternehmen kann, ist genauso plump wie falsch.

Es wird langsam Zeit, dass endlich über eine massive Einsparung von fossilen Brennstoffen diskutiert wird, und energisch gegen die Verschwendung beim Heizen und den Einsatz von wirtschaftlich indiskutablen Dämmungsmaßnahmen vorzugehen.

Eine Verschiebung der Neuverschuldung durch Kreditkosten in die Zukunft ist nur für die Kanzlerin eine Lösung, die keine Neuverschuldung in dieser Legislaturperiode erlaubt, auch wenn es später doppelt so teuer wird.

Es stellt sich noch die Frage, was genau mit wieviel Euro mit den Krediten finanziert werden soll. Die Ausgaben für Neuanlagen tendieren jetzt schon sehr stark nach unten, so dass eine Kreditaufnahme eventuell gar nicht gerechtfertigt ist.

Die bundesweite Umstellung auf schadstofffreie Energieversorgung ist und bleibt eine staatliche Aufgabe und muss genauso wie die jahrzehntelange Förderung von Atomkraft aus Steuermitteln aufgebracht  werden. Dies kann niemals die Aufgabe der Stromkunden sein.

Schon gar nicht dürfen die teilweise finanziell angespannten Stromkunden die Gewinne der von den Umlagen befreiten Unternehmen finanzieren. Hier ist der Hebel zur Stromkostenentlastung anzusetzen. Sonst produziert man sich unnötige Energiearmut und damit sozialen Sprengstoff.

Die Heizkosten belasten jetzt schon durch staatliche Ausgaben den Steuerzahler in Form der Heizkostenübernahme im Bereich: Kosten der Unterkunft (KdU). Bleibt nur zu hoffen, dass diese neuen Milliarden für KdU nicht vorzeitig durch Kredite gedeckt werden müssen und die Bürgerenergiewende endlich startet, notfalls auch ohne Politik.