Klassische Energieberatungen

Schon nach 8 Jahren zahlt der Hausbesitzer mehr für Energie als vor der "Sanierung", die diesen Namen nicht verdient hat.

Die Erfolgsquote nach der Einsparmaßnahme liegt bei:

31% ohne Einbeziehung von Strom

19% mit Einbeziehung von Strom.

Nach einer klassischen Energiesparmaßnahmen erfolgt die "energetische Sanierung" durch:

a.         Dämmungsmaßnahmen mit teilweise vorheriger Thermobildanalyse

            der Fassade

b.         Heizungstausch, meist Umstieg auf Brennwerttechnik

c.         Austausch Fenster / Türen

d.         hydraulischer Abgleich

e.         Wärmespeicher für Warmwasser

f.          erneuerbare Energien meist nur Solarthermie für Warmwasser-

            erzeugung

g.         vorhandene Elektroheizungen/Nachtspeicheröfen durch Elektro-

            heizungen  / Nachtspeicheröfen mit weniger Stromverbrauch oder

            durch eine Gasheizung zu ersetzen.

 

In heutigen Energieberatungen fehlen oft:

a.         geeignete Wärmespeicher

b.         kombinierte erneuerbare Energien, beispielsweise Hybridgeräte.

 

Klassische Energieberater empfehlen bisher praktisch nur Maßnahmen, die ausschließlich eine Reduzierung der Verbrennung von Öl oder Gas zum Ziel haben.

Dazu kommt noch eine falsche Reihenfolge bei einem Sanierungsplan. Dämmungsmaßnahmen mit teilweise teuren Thermographie-Bildaufnahmen stehen bei Verbraucherzentralen, Energieberatern und leider auch bei Umweltverbänden weit oben auf einem Sanierungsplan.

Meist reihen sich dann auch Fenster/Türen und einen Kesseltausch auf Brennwerttechnik in ein wirtschaftlich nicht mehr tragbares Maßnahmenpaket ein.

Diese klassischen Energieberatungen erzeugen meist hohe Investitionssummen. Aufgrund der relativ geringen Einsparquoten nur für Öl oder Gas bedeutet dies lange Amortisationszeiten. Ebenso bleiben weitere Abhängigkeiten von den Energieversorgern bestehen.

Genau hier liegen die Ursachen, warum die Sanierungsquote im Bestand nicht steigt.

Natürlich ist Dämmen einer der wichtigsten Maßnahme. Doch sollte sowohl der Zeitpunkt als auch geeignetes Material nur dann in einem Sanierungsplan Einzug halten, wenn dies (bauphysikalisch) zwingend notwendig ist.

Beispiel 1: statt Öl in Form von Styropor wie Polystyrol in dicken Platten an die Wände zu packen, kann ein ökologisch und wirtschaftlich vertretbarer Wärmedämmputz von wenigen Zentimeter aufgetragen werden. Idealerweise dann, wenn sowieso ein neuer Putz aufgetragen werden soll.

Beispiel 2: eine Photovoltaikanlage auf einem Schrägdach bildet zwischen Dachziegeln und der Unterseite der Module ein Luftpolster, der mindestens im Sommer Stauwärme im Dachgeschoss verhindert. Im Winter entsteht durch das Luftpolster ebenfalls ein Dämmungseffekt.

In beiden Fällen fallen Dämmungskosten von bis zu 20.000 € für eine echte energetische Sanierung nicht mehr an.