Alle wichtigen Energie-Einsparmaßnahmen für private Wohnungen

hier alte Heizung = Ölheizung    Bewohner: 2 Personen

 

Bezeichnung

Wert

Personen:

2

Anzahl Heizkörper:

5

tägliche Betriebszeit

7  Stunden

Heiztage im Jahr:

190

Eigenstromnutzung PV Dachanlage:

80 %

Eigenstromnutzung PV Balkonanlage:

20 %

alter Hausstromtarif

0,28 Cent / kWh

Hausstromtarif nach energetische Sanierung:

0,28 Cent / kWh

alter Hausstromverbrauch:

1724,14 kWh / 650 Euro

alter Öl-Heizungsverbrauch:

1350,00 Liter / 1085 Euro

Warmwasseranteil an Heizungsverbrauch:

13%

schlechtester Wert für Kenndaten Investition/Erfolg durch:

Außenwandvolldämmung

bester Wert für Kenndaten Investition/Erfolg durch:

Infrarot-Wärmewellenheizung

Nennleistung aller IR-Heizkörper:

1,9 kW

 

Bewertung:

1) Allgemein

Jede Position der Berechnung kann indivduell auf die jeweiligen Gebäude eingegeben werden. So können weniger oder mehr Heizkörper genauso berechnet werden, wie andere Verbrauchsdaten, Anteile an Eigenstromverbrauch, Öltarife, Stromtarife, Anzahl Heiztage, Betriebsstunden pro Tag, Investitionssummen für Anlagentechnik und Speichertechnologien.

Ölheizung mit jährlichen Kosten von 1085 Euro setzt der Deutsche Mieterbund im Oktober 2014 als Durchschnittswert für eine 70 qm-Wohnung mit einer Ölheizung an. Warmwasseraufbereitung ist darin enthalten.

Die durchschnittlichen jährlichen Kosten pro Person betragen ohne Grundgebühren beim Heizen 500 Euro. Deshalb ist hier von einem 2-Personenhaushalt auszugehen.

Auffallend ist, das trotz niedriger Jahresproduktion bei Kleinwindanlagen die erzeugten Stromerträge über dem Jahres-Verbrauch liegen.

Ebenso interessant ist es, dass Maßnahmen ohne Beteiligung der regenerativen Energien auf den letzten Plätzen landen.

Durch die extrem niedrigen Investitionskosten von Infrarotheizungen (hier 3333 Euro) liegen diese im Punkte Wirtschaftlichkeit auf den vordersten Plätzen.

Der Umstieg auf Brennwerttechnik oder eine Außenwandvolldämmung schlagen mit jeweils ca. 20000 Euro Investitionskosten negativ auf und belegen bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung die letzten Plätze.

Nennleistung bedeutet, dass die maximal erreichbare elektrische Leistung angegeben ist. Da jedes elektrische Gerät in der Praxis mit der Leistung zeitlich schwankt, beispielsweise eine Waschmaschine, ist der Verbrauch vorher nicht kalkulierbar. Deshalb ist wegen der Vergleichbarkeit der Stromtarife mit der Nennleistung berechnet. In der Realität liegen die tatsächlichens Kosten für kW/h deshalb unter den hier kalkulierten Werten.

 

2) Bewohner von Mietwohnungen

Empfehlung: Umstieg auf Infrarotheizungen und falls Platz vorhanden ist ein Balkonkraftwerk installieren.

Die alten Heizkörper brauchen nicht abgebaut werden, da lediglich eine Steckdose reicht.

b) bei günstigen Platzverhältnissen und der Installation von Hochleistungsmodulen können Balkonkraftwerke, mit Wechselrichter und Stromspeicher ausgestattet, bis zu 20% Hausstrom im Jahr einsparen. Bei geringen Platzverhältnissen werden entsprechend niedrigere %-Ansätze gewählt. Im Tagesbetrieb oder aus dem Speicher liefern die Balkonkraftwerke den Betriebsstrom für Infrarotheizungen zum Nulltarif. Sollte dies der Fall sein, würde bei einer Beratung vor Ort  aufgrund der geänderten Prognosedaten ggf. eine andere Empfehlung getroffen werden.

c) Im Falle einer bevorstehenden Renovierung besteht die Möglichkeit mit Energiesparfarbe für Innenräume den Energieverbrauch zu reduzieren. Falls Rolllädenkästen vorhanden sind lohnt sich eine Teildämmung in jedem Fall.

Dies ist im Rahmen des deutschen Mieterbundes, der für Mieter kostengünstige und geeignete Dämmunden als sinnvolle Gegenmaßnahme im Oktober 2014 empfohlen hat.

Einsparwerte sind im Vorraus nicht kalkulierbar. Die Hersteller von Energiesparfarbe geben an, dass es bis zu 40% länger dauert, bis die Wärme den Innenraum verlassen hat und erst dann das Thermostat anspringt. Dies bedeutet nicht, dass gleichzeitig 40% Energie eingespart wird. Dennoch kann mit mindestens 10% Energiekosten-Reduzierung gerechnet werden, besonders im physikalischen Direktstrahlungprinzip von Wärmewellenheizungen.

Außerdem ist der Vergleichswinter 2013 kein Referenzwinter, da dieser einer der wärmsten je gemessenen Winter war. Verlässliche und reale Einsparvolumen auf Erfahrungswerte sind aktuell seriös nicht vorhersagbar.

 

3) Heizungsbetreiber / Heizungsbetreiber

Für 1-2 Familienhäuser steht die gesamte Palette aller wichtigen Einsparmaßnahmen zur Verfügung.

Wenn Platz auf dem Dach/im Garten vorhanden ist, besteht die Sanierungseempfehlung beim Einsparvolumen (Euro und Prozent) aus einer vertikalen Kleinwindanlage mit Stromspeicher, eine Luft-Wärmepumpe für Warmwasser und Infrarotheitungen.

Falls im finanziellen Budget vorhanden, kann mit einer kleinen PV-Anlage (Balkon/Dachanlage) windschwachen Zeiten ergänzen. Somit reduzieren sich die Tage, an denen Fremdenergie an Öl oder Strom bezogen werden muss, erheblich.

Mit dieser Kombination entstehen sogar leichte Einnahmen aus dem EEG, die hier in der Berechnung nicht enthalten sind.

Umgekehrt geht es genauso. Eine leistungsstarke PV-Dachanlage mit Speicher, die von einer kleine Windanlage (0,5kW bis 1,5 kW) unterstützt wird.

Auch Hybridanlagen von PV+Solarthermie sorgen mit 90% Fremdenergieunabhängigkeit dafür, das kein Tropfen Öl mehr verbraucht wird.

Wie bei Wärmepumpen oder Mini-BHKWs sind zusätzlicher Strom für eine Winter-Spitzenlast bereits eingerechnet. Im PV/Kleinwindbetrieb arbeiten die Geräte im Nulltraif! Das gilt auch für Wärmewellenheizungen (IR).

In Kombination mit PV ist eine Pelletheizung sicher auch für eine Sanierungsentscheidung prüfenswert.

Ein Umstieg auf Brennwerttechnik oder einer Außenwandvolldämmung wird aufgrund der schlechten Einsparquoten und extrem negativen Wirtschaftlichkeit (es wird bei hohen Investitionskosten kein Strom eingespart") nicht empfohlen.

Eine 100% technische Unabhängigkeit ist nicht empfehlenswert

 

4) Abkürzungen

AD Außendämmung
BHKW Blockheizkraftwerk
BW Umstieg auf Brennwerttechnik
HEIZ Heizung
IR Infrarot/Wärmewellenheizung
KW Kleinwindanlage
PE Pelletheizung
PSP Pufferspeicher
PV Photovoltaik
WP Wärmepumpe
WW Warmwasser
SOTH Solarthermie
SP Speicher

 

Rote Linie: bisheriger alter Verbrauch

Gelber Balken: neuer Energieverbrauch

Grüner Balken: gesparte Energiekosten